Apr
26
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Die Rheinpfalz – Mein Weg zur Sternenkind Fotografie

 

Der frühe Abschied vom eigenen Kind

Gegenüber: Markus Husner fotografiert still geborene Babys – Der Wachenheimer teilt das Schicksal der Eltern

 

Markus Husner ist Hochzeitsfotograf aus Leidenschaft.Sein Lebensunterhalt verdient der Wachenheimer als Hochzeitsfotograf, also damit, die Möglicherweise schönsten Momente von Paaren in Bildern zu bannen.

Ehrenamtlich ist er mit seiner Kamera bei den wohl schwierigsten Momenten dabei die ein Paar auszuhalten hat. Für die Organisation „Dein Sternenkind“ fotografiert Markus Husner Kinder, die vor, Während oder unmittelbar nach der Geburt gestorben sind.

Ist das Angebot von „Dein Sternenkind“ den Eltern oder der jeweiligen Klinik bekannt, können sie einen der Fotografen der Organisation anfordern. Eine App benachrichtig dann die im Umkreis von rund 100 km registrierten Fotografen, die dann innerseits melden, wann sie verfügbar sind. Die Eltern, und nur die Eltern, erhalten die Bilder in ditialer Form. Und das kostenlos- die Fotografen verstehen es als ein „humanitäres Geschenk des Fotografen an die Eltern“, wie es auf der Website der Organisation formuliert ist.

Vor nicht einmal einem viertel Jahr waren Husner und seine Frau in der Situation dieser Eltern. Sie verloren ihr Kind in der 2. Schwangerschaftshälfte. Damals kannte er „Dein Sternenkind“ noch nicht. “ ich habe selbst sehr viele Aufnahmen von unserer Tochter gemacht und gemerkt, wie gut mir die Bilder tuen. „Sie hängen bei uns an der Wand und jeden Morgen freue ich mich, wenn ich sie sehe „, erzählt Husner.

Husner: „Es gibt immer wieder

Leute, die fragen, warum wir

tote Kinder fotografieren.“

 

Dieses Fotografieren ist alles andere als ein normaler Termin. “ Man erlebt die Menschen in ganz intimen Momenten, in einer Ausnahmesituation“, erzählt Husner. “ Ich erzähle ihnen, dass ich das selbe Schicksal durchgemacht habe. Das nimmt etwas Spannung weg.“ Eine gute Viertelstunde nimmt sich Husner, um würdevolle Erinnerungen zu schaffen.

Länge möchte er nicht bleiben, denn die Zeit für den Abschied der Eltern von ihrem Kind ist kurz.

Der Umgang mit dem Tot gehört zu den letzten Tabus unserer Gesellschaft. Und ohne Frage sind Bilder toten Babys, deren Reise meist zwischen der 20. Woche und dem normalen Geburtstermin endete, ganz schwere Kost. Doch auf Husners Bildern findet man den von ihm beschriebenen Wunsch nach Leben. Mal zeigen die überwiegend schwarz-weißen Aufnahmen nur einen Finger oder ein Füßchen, mal das Gesicht. “ Es ist immer etwas Schönes an einem Kind“, findet Husner.“ 

“ Die Eltern sehen das auch.“ Solche Begegnungen bleiben nicht in den Kleidern hängen. “ Man geht anders raus, als man rein geht. Aber wenn die Tür zu geht, muss es vergessen sein“

Husners Motivation ist dabei klar. Er und seine Frau haben im Frankfurter Bürgerkrankenhaus in der schweren Zeit so viel medizinische und seelsorgerische Unterstützung erfahren, dass er jetzt mit seinen Fähigkeiten etwas zurück geben möchte. “ Ich weiß, dass ich Menschen etwas Gutes tue.“ Das wichtigste für die Eltern sind die Bilder“, sagt Husner. “ Manche sagen im ersten Moment, wir wollen es nicht sehen. Dann bekommen sie die Bilder und schauen sie sich in 5 oder 10 Jahren an. Dann ist es vielleicht die einzige Erinnerung, die sie haben.“

Info

 

Die Organisation „Dein Sternenkind“ bietet kostenlose Fotoaufnahmen an, die die Trauerbewältigung betroffener Eltern unterstützen sollen. Mehr Informationen unter der Adresse :

www.dein-sternenkind.eu

 

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